Von der Schulbank zur Anklagebank

Ein halbes Jahr haben wir, GGSU1/2 (berufliches Gymnasium Gesundheit) uns im Wirtschaftslehrekurs mit Gesetztestexten, Rechtsordnungen und Fallbeispielen herumgeschlagen.

Ende Juni konnten wir das erlangte Wissen in der Praxis prüfen: Gemeinsam mit dem Lehrer Bastian Kischkewitz besuchten wir das Amtsgericht in Wesel, das sich ausschließlich um Straf- und Zivilsachen kümmert. Gespannt betrat der Großteil von uns erstmalig einen Gerichtssaal.

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Im ersten Fall ging es um die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Wir hörten zwar gespannt zu, konnten die Situation aber erst nach der Zeugenaussage des Gerichtsvollziehers sowie den Anmerkungen der Richterin einordnen. Die Verhandlung hat verdeutlicht, wie wichtig die korrekten Angaben einer eidesstattlichen Versicherung sind und wie sorgfältig man entsprechend bei deren Abgabe sein sollte.

Im zweiten Fall wurde eine Hundehalterin wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt, da ihre Hunde einen Nachbarn beim Spaziergang angriffen. Dieser Fall war für uns schwierig zu verfolgen, da die Geschädigten sich nur mittels Dolmetscherin äußern konnten und bis zum Ende der tatsächliche Verlauf des Hundeangriffs unklar blieb. Auch der Einbezug einer unbeteiligten Zeugin hat kein einheitliches Bild schaffen können. Es war spannend, da die Aussagen sich teilweise gegenseitig widersprachen und man nur spekulieren kann, wie der tatsächliche Verlauf der Tat nun wirklich war. Neben allen Gesetzestexten war es interessant zu sehen, dass es letztlich immer auf die Auslegung dieser Paragraphen sowie die Einschätzung des Gerichts ankommt.

Kurz und heftig erfuhren wir in der letzten Verhandlung, dass das Fernbleiben eines Angeklagten zu einem Haftbefehl führt, so dass diese Verhandlung nach wenigen Minuten erledigt war.

Der Besuch beim Weseler Amtsgericht war der perfekte Abschluss zu unserem Unterricht. Von allen Schülern kam nur gute Resonanz. Viele fanden es interessant bei einer Verhandlung dabei zu sein und einmal zu schauen, wie es in der Wirklichkeit tatsächlich abläuft. Auf dem Weg zur Schule haben wir viel über die Verhandlung diskutiert. Hätte die Richterin evtl. anders entscheiden können? Ist das getroffene Urteil angemessen?

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