Pferdewirte auf Exkursion

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Die Pferdewirte des Berufskollegs Wesel nahmen in diesem Jahr zum ersten Mal an einer Exkursion in die Niederlande teil. Im Rahmen des dreijährigen Equicrosspotentail Projektes wurde erstmals Kontakt zwischen einer niederländischen Schule für Pferdewirte und dem BK Wesel hergestellt.

Die niederländischen Pferdewirte waren bereits vor 4 Wochen in der deutschen Grenzregion um sich verschiedene Pferdebetriebe anzuschauen, und besuchten in diesem Zuge auch das BK Wesel.

Am 16.05.2019 war es dann soweit: Um 8 Uhr startete der Bus mit 22 angehenden Pferdewirten in Wesel, um das erste Ziel, das Reitsportzentrum Seurenheide in Well, anzusteuern.

Der Betrieb bildet Springpferde aus, betreibt aber auch eine Reitschule für Menschen mit Handicap. Die Azubis erhielten Informationen über den Umgang, die spezielle Ausrüstung und das Training mit den Reitschülern.

Selber aktiv konnten sie im Anschluss mit den Schulpferden werden, als sie diese am Langzügel durch die Halle „lenken“ sollten. Nachdem der Erste das Eis gebrochen hatte, wollten einige ihr Feingefühl hinter dem Pferd versuchen.

Weiter ging es nach Kronenberg. Das Equestrian Centre De Peelbergen ist eine Event Location und außerdem einer der beiden Betriebe, in denen die niederländische Schule Praxisunterricht stattfinden lässt. Hier gab es Mittagessen und eine kurze Besichtigung dieser imposanten Anlage.

Der nächste Stopp fand in Weert statt. Hier betreibt Jenny Schreven zusammen mit ihrem Mann und ihrem Team einen Betrieb, der sich auf die dressurmäßige Ausbildung von Pferden  spezialisiert hat. Das Besondere und bis jetzt im Pferdesport einzigartige ist die Software, die dort entwickelt wurde. Mit Hilfe von Highspeedkamerasystemen wird die Bewegung von Pferd und Reiter aufgenommen, in einer selbst entwickelten Software verarbeitet, um dann den Bewegungsablauf des Reiters zu analysieren. Im Anschluss werden auf dieser Basis Trainingsempfehlungen ausgesprochen. Ein System, welches in anderen Sportarten im Profibereich längst Anwendung findet. Im Pferdsport jedoch noch absolutes Neuland ist.

Die Azubis waren bei den Vorbereitungen für die Videoaufnahmen dabei. Hierzu muss der Reiter mit Markern (hier rote Punkte) an allen wichtigen Gelenkenden versehen werden. Die Aufnahmen werden von der Seite und von Hinten gemacht. Am PC konnten die Teilnehmer dann sehr gut sehen, wie das Programm die Linien sichtbar macht und auch kleinste Disbalancen erkannt werden können.

Die letzte Station war der Familienbetrieb des Bundestrainers im Springen, Rob Ehrens. Nach einer Betriebsführung nahm uns Herr Ehrens mit auf den Springplatz um mit zwei unterschiedlichen Reitern, die Art seines Springunterrichts zu präsentieren. Hierbei macht er deutlich, wie wichtig für ihn die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter ist. Eine immer wiederkehrende Aufforderung an seine Reitschüler war: „Mit dem äußeren Zügel Verbindung halten und mit dem inneren vorsichtlich anfragen.“

Um 16.15 Uhr fuhr der Bus zurück zum Berufskolleg Wesel. Die Auszubildenden des ersten und zweiten Lehrjahres hatten einen interessanten und informativen Tag mit vielen verschiedenen Aspekten.

Ein sehr guter grenzübergreifender Austausch, der in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll.